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2003

2. Potsdamer Literaturnacht am Neuen Palais

Die Autoren

Isabel Lipthay

Wer Isabel Lipthay zum ersten Mal kennen lernt, erlebt eine sehr fröhliche, aufgeschlossene und herzliche Person. Diese Züge der Autorin spiegeln sich auch in vielen ihrer Erzählungen und Gedichte wieder. In ihrem 1995 veröffentlichten Buch “Curiosas plantas y otros sueños”  (“Seltsame Pflanzen und andere Lebensbilder”), das zweisprachig herausgegeben wurde, erzählt sie vom Selbstbewusstsein der Frau, von der leidenschaftlichen Liebe und von kindlichen Erinnerungen.

Die Autorin kennt aber auch ernste Töne. So schreibt Isabel Lipthay über die Trauer der Opfer der Diktatur in Chile, über die Ermordeten und  Verschwundenen. Man schreibt zuerst immer für sich selbst, sagt sie. Einige Erzählungen und Gedichte, auch das Theaterstück “La llamada" (“Der Anruf”), scheinen ein Teil ihrer eigenen Geschichte zu sein. Eine Geschichte, die sich in Deutschland, ihrer zweiten Heimat, fortsetzt. Viele ihrer Texte aus “Seltsame Pflanzen” handeln von ihren Erfahrungen in einem neuen Land zu leben, eine neue Sprache zu sprechen und eine neue Kultur zu erfahren. In ihrer Erzählung “Pequeña historia de Navidad” (“Eine kleine Weihnachtsgeschichte”) schreibt sie: „In meiner Frauen-WG herrschte Chaos. Die Wohnung roch nach Duschgel, Shampoo, Parfüm, neuen Klamotten, Schminke... Alle drei Frauen liefen mit Scheren, Schleifen, Geschenkpapier und Tesafilm in der Gegend rum. Alle wollten ganz eilig zu ihren Eltern nach Hause, außerhalb von Münster. Nur ich stand ziellos da. Ich war die einzige ohne Zuhause. Oder besser gesagt, diese Wände waren mein Zuhause. Chile, mein Land, lag sechs Tage Weihnachtspost entfernt.“ Mit “Die Begegnung”, Isabel Lipthays zweites Buch, das 1998 ebenfalls zweisprachig erschien, setzte sie ihre Leidenschaft für Erzählungen fort.

Auf der Literaturnacht wird die Autorin ausgewählte Erzählungen und Gedichte aus ihren beiden Büchern sowie noch unveröffentlichte Texte lesen. Sie untermalt ihre Lesung mit eigener sowie lateinamerikanischer Musik.

Isabel Lipthay, geboren 1951 in Santiago de Chile, studierte Journalismus und Gesang. Sie arbeitete nach ihrem Studium für das Fernsehen, Radio und verschiedene Zeitschriften. 1983 emigrierte sie aufgrund der Militärdiktatur in Chile nach Deutschland und lebt jetzt in Münster. Sie war Korrespondentin der oppositionellen Zeitschrift Análisis und hat u.a. für die taz geschrieben. Mit dem Duo Contraviento spielt sie seit 1986 eigene und lateinamerikanische Musik und tauschte den Journalismus gegen die Literatur.

• Die Begegnung/ Aquel Encuentro (1998)
• Seltsame Pflanzen und andere Lebensbilder / Curiosas plantas y otros sueños (1995)

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